Montag, 25. Mai 2009

Relief "Eros und Fabel" - 7.Bildtafel


"Hier bringe ich euch Taranteln", sagte Fabel zu den Alten. Sie erschraken, da sie nicht damit gerechnet hatten, sie lebend hier wieder zu sehen. Eine lief mit der Schere auf sie zu, um sie zu erstechen. Da stachen die Taranteln die drei alten Schwestern und sie sprangen wild umher.
Fabel schlich sich zur Leiter und begab sich zu Arctur. „Monarch!, sagte sie, „die Bösen tanzen, die Guten ruhn. Ist die Flamme vom Scheiterhaufen der Mutter angekommen?“ „Sie ist angekommen“, sagte der König. „Die Nacht ist vorbei und das Eis schmilzt. Meine Gattin, Sophie, die Weisheit, zeigt sich von weitem. Meine Feindin ist versenkt. Alles fängt zu leben an.“

Die Tänzerinnen waren inzwischen ermüdet. Die Spinnen fielen über sie her; diese wollten sich mit der Schere verteidigen, aber Fabel hatte sie in aller Stille mitgenommen. Die Taranteln saugten sie bis aufs Mark aus.

Fabel sah hinaus und erblickte Perseus mit dem großen, eisernen Schilde. Die Schere flog von selbst dem magnetischen Schilde zu. Fabel bat ihn, dem wild herumfliegenden und Schaden anrichtenden Eros die Flügel damit zu beschneiden, und dann mit seinem Schilde die Schwestern zu verewigen, und das große Werk zu vollenden.

Sie verließ nun das unterirdische Reich und stieg fröhlich zu Arcturs Palaste. „Das Flachs ist versponnen. Das Leblose ist wieder entseelt. Das Lebendige wird regieren, und das Leblose bilden und gebrauchen.“ „Glückliches Kind“, sagte der gerührte Monarch, „du bist unsre Befreierin.“ „Die Asche der Mutter muss ich nun sammeln.“

NOVALIS

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